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Mein Ankommen wurde mir ja deutlich versüßt muss ich sagen. Erst erhalte ich Weihnachtsgeschenke incl. „Last Christmas“ von George Michael und gebrannten Mandeln vom Ulmer Weihnachtsmarkt und dann werde ich hochkant in das Festivalchaos hineingeworfen. Man wirft mich sogar soweit, dass ich wirklich nicht mehr weiss wo oben und unten war. Hoppla. Aber heute am 10.Tag des DOCNZ 2009 in Auckland ist quasi alles unter und uber-Kontrolle, so dass ich mich wieder meinen Geschenken und Deutschlanderinnerungen widmen kann. Ein allerherzlichstes DANKESCHOEN! Ich freue mich riesig. Ich oeffne also ein (uebertrieben) großes Paket von Flo …Dsching-da-ling-dsching-dsching-da-ling…und stelle mit erstaunen fest, dass es „angefressen“ ist. Es ist eine Ecke des Paketes aufgepult worden, mit beachtlichen Erfolg, muss ich gestehen. Der Grund, so stelle ich fest ist das, das da drinnen staubt. Wer bitte (!) sendet ein 1kg Paket nicht Mehl sondern Brotbackmischung Uebersee? Glaubt mir, ich musste erstmal ne Stunde lachen. Laut…Santa-baby so hurry down the chimney tonight…Die Biosecurity hatte (so nehme ich an sind die Dinge gewesen) eine große Menge unidentifizierbares weißes Etwas gesichtet und sofort katastrophenalarm ausgelöst. Das Paket wurde erst geröntgt, dann ge-x-ray-ed, dann ein CT, Bomben-Tick-Test und schließlich und endlich gewaltsames öffnen des Terror-Gutes um herauszufinden, dass die Deutschen einfach unverbesserlich sind…had a very shiny nose…Das Roggenbrot zum selberbacken fuer die Liebsten im Ausland. Eine grossartige Idee! Auch wenn dich dafuer ein paar hundert Zollbeamten hassen, ich kann mich nur bedanken. Toll!
An the very next day…hieß es auch dann „auf zum Rapport“. Ich arbeite quasi seit Sonntag meiner Anreise durch. Und wenn ich nicht arbeite, dann schaue ich doku, was ja auch irgendwie arbeiten ist. Aber hey, das Festival und auch DOCNZ Summit (Filmemacher-Workshops) sind/waren der Wahnsinn. Lobhudelei von vorne und hinten. Es gibt so the odd Kleinigkeiten, die man verbessern koennte – nächstes Jahr. Empfehlenswerte Dokus „Recipes for Disaster“, „At the Death House Door“, „The Beetle“ und „Full Metal Village“. Grit von der DOK Leipzig war auch da und soviele andere, dass ich natuerlich die Namen inklusive Gesichter schon wieder vergessen habe.
Recipes for Disaster by Director John Webster
Full Metal Village by Director Sung-Hyung Cho
At the Death House Door by Directors Steve James and Peter Gilbert
Eine unvergessliche Story, ist die, eines sehr guten Gesprächs mit einem mir random erscheinenden Israeli. Leider aber hatte ich keine Info darueber welch berühmter Filmemacher da so vor mir sitzt; ein wenig müde und verträumt. Es war nämlich so. Es war ein ganz normaler Abend, einer der Abende, an denen DOCNZ filmemacher und Co. eingeladen hat. Wir tranken ein Getränk. Und mir dämmerte so langsam, ich hätte mich informieren sollen (schnell noch hinter dessen Rücken bei Dan oder Diana nachfragen sollen „who the f*** am I talkin´to?“ oder „hey, wer issn des?“). Nungut. Das habe ich nicht. Wir machten wunderbare Konversation. Wirklich nett – und ohne Groupiefeeling, denn ich wusste ja nicht einmal, dass ich mich wie ein Groupie hätte fühlen sollen. Tja, Frau Kellner. Den ganzen Abend lang habe ich mich mit Yishai Orian unterhalten. Ein Mann, wie jeder andere auch, mit der Ausnahme, dass er seine damals im neunten Monat schwangere Frau in Israel zurückgelassen hat um seinen VW Käfer im Jordan reparieren zu lassen. Das hat er gefilmt. Plus, die Geschichten der Vorgänger des geliebten Kindes (mit vier Reifen und ner roten Kühlerhaube) und die gesamte Pein der Schwangeren, die das Miststück eigentlich nur loswerden will (ich rede immernoch vom Auto). Eine herzlich komische Doku, bei der ich mit Bauchmuskelkater raus bin. Nachträglich mit dem Wissen, dass Yishai echt n Netter ist und im Film genau so rüber kommt, wie im „wahren“ Leben. Doku.
The Beetle by Yishai Orian
Und jetzt noch zu einem ganz anderen Stück meiner derzeitigen Tätigkeiten. Ich habe es bisher ja noch gar nicht erwähnt: Ich bin offizielle GOzealand! Vertretung hier in Auckland. Yay! Die Orga, mit der ich damals in Aussie war, hat nach Neuseeland expandiert. Damit aber noch nicht genug. Die brauchten jemanden, der vor Ort ist. Dieser Jemand bin jetzt ich und wir schauen mal, wie sich das so entwickelt. Mit ‘ner handvoll Studenten,die dem wüsten Wetter gestern abend trotzten, war ich aus diesem Anlass gestern einen Trinken. Ging natürlich auf GOzealand! Danke Tobias! So, und jetzt? War´s das? Nein, es wird weitere Stammtische geben oder sogar Wochenendausflüge. Wir folgen mal dem IKEA-Motto „Entdecke die Möglichkeiten“ und leben in den Kiwi-Tag hinein. Ich freue mich drauf. Wird bestimmt lustig!
O.k. Freunde, ich muss mal wieder. Selbst der größte Kiwi muss mal die Äuglein ausruhen gehen. Ich wünsche euch was! Die Jess
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Koordinaten sind angekommen, Gruß aus Mel.
Kommentar von Matthias März 16, 2009 @ 10:24