das leben ist zu kostbar um es dem schicksal zu ueberlassen


Wie man Zeit (für) wahr()nimmt
April 27, 2009, 7:59
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Ein Hallo an Deutschland, das ja bekanntermaßen im Krisenfrühling ist. Sollen wir wetten, dass das Wort Krise das Unwort des Jahres wird? Achnein, Finanzkrise war ja schon Wort des Jahres 2008. Sei es drum, ich wollte euch mit der Überschrift auf etwas ganz anderes aufmerksam machen. Ich hab da letztens einen Artikel gelesen, bei dem es im Grunde darum ging, wie das Gehirn Zeit wahrnimmt und wie man das Phenomen á la „hoppla, ist schon wieder Weihnachten?“ erkärt.

Mein Gedankengut in komprimierter Form. Stress bzw. Zeitmangel entsteht bei jedem selbst, und zwar nur im Kopf. Wo ist da jetzt bitte der Neuigkeitswert? Hinreißed allerdings die Gewissheit, dass man das ändern kann. Dass alles nur Ansichtssache ist. Subjektiv. Sehr interessant auch die These (oder besser gesagt der wissenschaftlich belegte Fakt) Zeit unterschiedlich wahr zu nehmen, abhängig von der „Action“ die dieser Zeitspanne zugeordnet wird. Außerdem wird, je älter man wird die Welt unspektakulärer. Hehe. Nun gut, ich will nicht gleich so drastisch werden, aber die Wahrnehmung  wird in Relation gesetzt zu alle dem davor gewesenen. Leider (oder auch nicht leider) schneidet so ein Zoobesuch als Kind ganz anders ab, als der Zoobesuch im Erwachsenenleben, denn das hat man ja schon zigfach erlebt. Auch, kommen mir 10min in denen ich nichts tue, unglaublich lange vor. Wo im Gegensatz zu 10min Fussball oder sonst wie erlebnisreich verbrachter Zeit nur so in Schallgeschwindigkeit vergehen. So mag es manch Daheimgebliebenen auch gehen, denn meine Zeit hier in NZ ist (immernoch, ja!) geprägt von Wow´s und Aha´s, wohingegen daheim der Alltag so dahinplätschert. Aber das ist jetzt Vermutung. Bitte verbessert mich, wenn dem nicht so ist.

Achja, und dann haben wir ja noch einen Zeitabschnitt fast schon wieder vergessen. Kaum zurück im ollen Auckland! Ztzzzzz. Ostern war spitzenmäßig. Diana und ich haben Marlene zur Jungfernfahrt nach Norden geführt. Marlene ist weiß, gerade mal 10 Jahre jung und noch top in Schuss. Ich spreche natürlich vom Auto, das sich Diana gerade zugelegt hat. Eine Nacht im Auto gepennt, die andere im Hostel hoch auf´m Berg, üppiges Frühstück und wahnsinns Wetter. Wir hatten mega Glück, was das anging. Haben die Sonnenstrahlen genossen und sind ein wenig gewandert. Summasummarum: Uns ging´s blendend -  auch ohne Ostereiersuche und Hasenbraten. Den Lindt-Schmunzelhasen hab ich ja zum Glück schon vorher geschenkt bekommen. Danke Diana, danke Daphne.

Was soll ich sagen, ansonsten kann ich nichts weiter berichten. Ich richte mich mittleweile schon häuslich ein im Kino weil es im Moment so viele wahnsinns Filme gibt. Unter anderem: Respect Yourself, the Stax Records Story. Oma, da würde dein Rock´n´Roll Herz aufgehen. Auch wenn natürlich Stax Records vor allem ein Soul Label ist, sind doch die Ursprünge im Rhythm´n´Blues, also verwandte Musik! Kennt doch jeder: Ottis Redding „Sittin´ on the dock of the bay“ oder T Booker & the MGs „Green Onions“. Unbedingt reinhören. Tut euch den Gefallen.

Ab Freitag richte ich michbei Dan und Goldie für min. 2 Monate ein. Seine Adresse ist 2/9 Whytehead Cres, Kohimarama 1071, Auckland, NZ. Er kehrt NZ für diese Zeit den Rücken und entschwindet ins Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“ und bekutteten Bierbäuchen auf Harley´s. Derweil habe ich eine sehr alte Lady mit  kalter Schnauze an der Backe. Wie aufregend!

Also macht´s gut, bis bald

Jess


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